Zwischen Meridian und Meteor
von Jutta TREIBER
Viele seiner Bilder tragen den Titel „Meridian“, sein Kunstverein heißt „Meteor“.
Die beiden Worte passen zu Josef Pauschenwein. Die Mittagslinie, die in den Polen sich selbst findet und damit unendlich wird. Die scheinbare Vertikale. Die Manifestation des Kosmos im Materiellen. Das Verglühen.
Josef Pauschenwein ist Künstler, Dichter, Philosoph und Manager von Kulturveranstaltungen. Einer, dem die Kunst und die Auseinandersetzung mit der Kunst unendlich viel bedeuten. Er schreibt wunderschöne Gedichte. Er malt eindrucksvolle Bilder.
Er wagt Großformatiges. Das große Format ist eine Herausforderung, man muss ein Meister sein wie er, um es meistern zu können. Das hat auch mit Vertrauen zu tun. Vertrauen in sich selbst. In seine Fähigkeiten, seine Energie, sein inneres Feuer.
Seine Bilder, nur scheinbar gezähmt, glühen vor Leidenschaft. So viel Rot, Blau, Schwarz, und immer wieder ROT, Symbol des Lebens, der Liebe, der Leidenschaft, der menschlichen Hölle. Abgründe, Vulkan, Eruption, Liebe...
Und man fragt sich: Welche Leidenschaften verbergen sich in diesem gezähmten Menschen?
Ich denke, er hat sich selbst gezähmt, oder die Umstände haben ihn gezähmt, aber nicht im Rilkeschen Sinn: „Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe...“
Nein, er ist nicht von Stäben umgeben. Er geht nicht daran vorüber. Er malt die Stäbe, bannt sie auf Leinwand. Die Vertikale. Den Meridian. Die Unendlichkeit. Manifestation des Kosmischen.
Ein Meteor.